Schutz eines offenen Systems

Deutschland ist eine der stärksten und leistungsfähigsten Volkswirtschaften der Welt. Grundlegende Voraussetzung unseres Wohlstandes ist eine moderne Mobilitätsinfrastruktur und ein leistungsfähiges Logistiksystem.

Dorothee Bär, MdB
Parlamentarische Staatssekretärin
Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur

 

 

Mit seinem hohen Grad an Industrialisierung, globaler Verflechtung und seiner zentralen Lage mitten in Europa ist Deutschland wie kaum ein Land der Welt auf sichere und reibungslos funktionierende Lieferketten angewiesen. Angesichts eines weltweit veränderten Bedrohungspotentials ist die Gewährleistung dieses Anspruchs eine große Herausforderung.
Neben dem Erhalt und gezielten Neu- und Ausbau der Verkehrsinfrastruktur sowie der Förderung innovativer Technologien ist die Logistiksicherheit daher eine wichtige Säule der Sicherung unserer mobilen Gesellschaft. Gemeinsam mit der Transportwirtschaft weiß die Bundesregierung um die hohe Bedeutung des Themas. Die Verbesserung der Gefahrenabwehr ist eine wichtige Maßnahme in dem gemeinsamen „Aktionsplan Güterverkehr und Logistik“ zur Stärkung des Logistikstandorts Deutschland.
Bei unserer Arbeit für den sicheren Transport von Menschen und Gütern geht es darum, die Rahmenbedingungen so zu organisieren, dass Angriffe von außen möglichst verhindert, zumindest aber erheblich erschwert werden. Sie unmöglich zu machen – also eine hundertprozentige Sicherheit zu garantieren – das kann uns auch bei höchstem Aufwand leider nicht gelingen. Wie aber schützen wir ein offenes System, ohne es durch erhöhte Sicherheitsanforderungen abzuriegeln, es unangemessen zu verteuern oder personelle und unternehmerische Freiheiten unverhältnismäßig einzuschränken?
Ich sehe hier für die Zukunft folgende Anforderungen:
1. Wir wollen den vorhandenen rechtlichen Rahmen konsequent ausschöpfen.
Hier sind wir bereits gut aufgestellt. Vor der Einführung neuer Regelungen sollten wir stets eine saubere Risikoabwägungvornehmen. Auf diese Weise lassen sich Ressourcen wirtschaftlich einsetzen und persönliche Freiheiten bewahren.
2. Wir sollten stärker vernetzt denken. Die Sicherheitskonzeption im Transportwesen ist heute stark segmentiert und stützt sich auf ein ganzes Bündel einzelner Maßnahmen. Sie werden in aller Regel voneinander isoliert in verschiedenen Rechtssystemen geschaffen. Dies kann zu Ineffizienzen führen.
3. Wir müssen verstärkt intelligente und innovative Lösungen suchen. Dies gilt vor allem angesichts der Schlagworte: IT-gestützte Logistik, Industrie 4.0, Smart Factory oder Big Data. Passfähige Konzepte sollten nicht nur die Sicherheit erhöhen, sondern zugleich auch Zeit- und Kostenersparnisse unterstützen.
4. Wir wollen auch in Zukunft eng und vertrauensvoll mit unseren internationalen Partnern zusammenarbeiten. Bedrohungen machen nicht an nationalen Grenzen halt. Transportsicherheit benötigt daher ein gemeinsames und abgestimmtes Handeln der internationalen Gemeinschaft.
Ich bin davon überzeugt, dass wir auf diese Weise trotz der wachsenden Risiken eine verbesserte Sicherheitslage im Transportwesen erreichen können.

Dr. Uwe H. Wehrstedt
Sonntag, der 26. März 2017




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